HESSISCHER FLÜCHTLINGSRAT
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Pressemitteilung

 
 

Marburg, den 04.02.03

Hessischer Flüchtlingsrat wünscht Sieg der menschlichen Vernunft nach der Landtagswahl / an die neue Hessische Landesregierung:

Der Hessische Flüchtlingsrat erwartet, dass sich die neue Hessische Landesregierung verstärkt für die Integration unserer ausländischen Mitmenschen einsetzt. Integration heißt dabei nicht nur das Erlernen der deutschen Sprache. Integration heißt auch Teilnahmemöglichkeit am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Deshalb rufen wir die Mehrheitsparteien dazu auf, ihre Integrationsbemühungen und
-angebote zu intensivieren:

  • Für angehende, ausländische Erstklässler in den Vorlaufkursen muss eine Teilnahme so organisiert werden, dass sie nicht noch weiter ausgegrenzt werden, indem ihre Eltern 3x täglich zwischen Kindergarten und Schule pendeln müssen.
  • Für erwachsene AsylbewerberInnen, die mit 80% der Sozialhilfe auskommen müssen, fordert der hfr einen 6 monatigen kostenlosen Deutschkurs.
  • Menschen, die arbeiten wollen, sollen arbeiten dürfen. Das oft jahrelange Arbeitsverbot für AsylbewerberInnen und Duldungsinhaber ist aufzuheben, um die Menschen wirtschaftlich zu integrieren.
  • Muslimische MitbürgerInnen sollten nicht aus Unkenntnis und Angst in die Nähe von islamistischen Terroristen gestellt werden. Deshalb ist ein interkultureller und interreligiöser Runder Tisch auf Landesebene nötig, damit ein gesellschaftlicher Diskurs und ein Kennenlernen eröffnet wird.
    Man kann auf Dauer nicht darüber hinwegsehen, dass ausländische Menschen (teilweise Flüchtlinge) in dieser Gesellschaft leben.

Wir fordern die CDU-LandespolitikerInnen auf, dem Vorbild eigener Parteifreunde aus der Kommunal- und Kreispolitik zu folgen und sich für ein Bleiberecht ausländischer Mitmenschen einsetzen, wenn diese schon viele Jahre in Deutschland leben.
Die Einrichtung einer Härtefallkommission auf Landesebene würde dem entsprechen, was viele Menschen unabhängig von der politischen Orientierung erfahren und fordern: Es stößt auf Unverständnis, wenn ausländische Familien jahrelang in Deutschland leben und in Kindergarten und Schule, im Wohnumfeld oder am Arbeitsplatz gern gesehene Menschen sind, ins Herkunftsland abgeschoben werden sollen. Eine Härtefallkommission wäre kein Rechtsbruch, sondern könnte nach den Ermessensspielräumen für humanitäre Härtefälle suchen.
Wir ermuntern die Parlamentarier aller Parteien, in ihren Anstrengungen für einen humanitären Flüchtlingsschutz nicht nach zu lassen, sondern diese zu verstärken.

Marburg, 4.2.03
C. Künzel, Geschäftsführerin

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