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Flüchtlingsrat zieht Bilanz

 
 

FR vom 04.06.2005:

Flüchtlingsrat zieht Bilanz


Lage der Asylbewerber in Hessen soll sich verschlechtert haben

Das Zuwanderungsgesetz wird nach Einschätzung des Flüchtlingsrats in Hessen "besonders hart" umgesetzt. Es sei "so gut wie unmöglich", dass langjährig Geduldete eine Aufenthaltserlaubnis bekommen.

VON GESA COORDES

Marburg · 3. Juni · Reihenweise, sagt Timmo Scherenberg, sei den betroffenen Menschen die Arbeitserlaubnis entzogen worden. Nach Darstellung des Geschäftsführers des hessischen Flüchtlingsrats müssen deshalb viele Flüchtlinge Sozialhilfe beziehen. Damit hätten sie noch weniger Chancen, als Härtefälle anerkannt zu werden.

Dabei hatte der Rat ursprünglich große Hoffnung auf das Zuwanderungsgesetz gesetzt. Tatsächlich habe sich die Situation der Geduldeten nun noch verschlechtert, sagt Scherenberg. Der Flüchtlingsrat stellt heute in seinem Plenum in Marburg die Flüchtlinge aus Afghanistan, Kosovo und Tschetschenien in den Mittelpunkt. Er fordert, Afghanen und Minderheiten aus dem Kosovo grundsätzlich nicht abzuschieben. Dies war in der Vergangenheit der Fall.

Doch nach Einschätzung der deutschen Behörden hat sich die Situation in Afghanistan etwas verbessert, so dass nun mit Abschiebungen begonnen wird. Und für den Kosovo gibt es eine neue Einschätzung der UN-Verwaltung vor Ort, obgleich Sinti, Roma und Serben laut Scherenberg immer noch mit Anschlägen und einem Leben in Ghettos rechnen müssen. In Hessen leben 1500 Flüchtlinge aus dem Kosovo.

Als "katastrophal" schildert Scherenberg die Menschenrechtssituation in Tschetschenien. Trotzdem würden viele Flüchtlinge nach Polen oder in die Slowakei abgeschoben, wo kaum ein Asylbewerber anerkannt werde. Es gebe auch keine Fluchtalternative in Russland, wie oft behauptet werde, sagt Scherenberg. Während in Österreich 94 Prozent der Flüchtlinge aus Tschetschenien anerkannt würden, seien es in Deutschland nur 30 und in der Slowakei nur ein Prozent.

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