HESSISCHER FLÜCHTLINGSRAT
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Härtefallkommission einrichten und Bleiberecht für syrische Familie in Rothenburg!

 
 

hfr
Hessischer Flüchtlingsrat
Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft Pro Asyl e.v.
Hessischer Flüchtlingsrat, Frankfurter Str.46, 35037 Marburg

Marburg, den 25. September 2002

Pressemitteilung

Am Dienstag, dem 24. September 2002 überbrachten Beamte der Ausländerbehörde Bad Hersfeld der in Rotenburg lebenden syrischen Familie den Beschluss, dass sie nach nunmehr 16 Jahren die Bundesrepublik zu verlassen haben und nach Syrien zurückkehren müssen. Der Asylantrag des seit 1986 in Deutschland lebenden
42jährigen Syrers war in letzter Instanz abgelehnt worden. Er und seine 36jährige Ehefrau sowie die fünf gemeinsamen Kinder im Alter von 8 bis 17 Jahren sollten somit gestern nach Syrien abgeschoben werden. In seiner Verzweiflung sprang der Familienvater aus der im zweiten Stock liegenden Wohnung in die Tiefe und hat sich dabei schwer verletzt.

Dass Menschen, die seit Jahren in Deutschland leben und integriert sind, dass Kinder, die hier geboren und aufgewachsen sind und die deutsche Sprache zum Teil besser sprechen können als die Sprache des Herkunftslandes der Eltern, ohne wenn und aber aus ihrem Umfeld gerissen und zurück geschickt werden, ist leider kein Einzelfall und für den Hessischen Flüchtlingsrat schockierend und beschämend. Es ist kaum zu glauben, dass es für die Behörden keine andere Möglichkeit gibt, als die der Abschiebung, die auf zu tiefst inhumane Weise die Menschen immer wieder in Verzweiflung stürzt.

Da auch das Zuwanderungsgesetz keine diesbezügliche Regelung beinhaltet, fordert der Hessische Flüchtlingsrat zum wiederholten Mal,

- dass langjährig hier lebenden Menschen ein Bleiberecht eingeräumt wird und unterstützt deshalb die Bleiberechtskampagne von Pro Asyl

- dass die im Zuwanderungsgesetz vorgesehene Möglichkeit der Länder, eine Härtefallkommission einzurichten, in Hessen umgehend umgesetzt wird. Eine solche Kommission hätte für die in Rotenburg lebende syrische Familie feststellen können, dass es insbes. für die Kinder eine unzumutbare Härte ist, aus ihrer gewohnten Umgebung heraus gerissen zu werden und in ein Land geschickt zu werden, dass sie nicht kennen.

Christa Künzel, Geschäftsführerin

Weiterführende Links:

Unsere Presseerklärung
in der Frankfurter Rundschau, der HNA und Hersfelder Zeitung vom 27.09.02

 

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